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Katherinen Kloster und Moses Berg




























Das orthodoxe Katharinenkloster in Ägypten wurde zwischen 548 und 565 gegründet.
KatharinenklosterEs liegt im Herzen des südlichen Sinai in der Nähe der Ortschaft Milga unterhalb des 2.285 m hohen Djebel Musa (Mosesberg) auf dem Gelände einer ehemaligen Marienkapelle, die bereits im 4. Jahrhundert hier am Platz des brennenden Dornbuschs für Pilger auf den Spuren Moses von Mönchen errichtet wurde.
Das Katharinenkloster wurde unter dem oströmischen Kaiser Justinian I. zum Schutz der Mönche gebaut. Zu den Schätzen des Klosters gehören bzw. gehörten wertvolle Handschriften aus der Frühzeit des Christentums. Die wertvollste ist der Codex Sinaiticus, eine handgeschriebene Bibel aus dem 4. Jahrhundert. Heute gehört sie zu den Beständen des Britischen Museums in London.
Der islamische Prophet Mohammed soll hier mehrmals zu Gast gewesen sein, bevor er als Prophet auftrat. Nach seinem politischen Aufstieg schrieb er dann einen Brief an das Kloster, in dem dessen Fortbestand garantiert wurde. Diese Garantie ist durch die Jahrhunderte von den islamischen Herrschern anerkannt worden und hat die Existenz des Klosters gesichert. Dieser Brief liegt heute im Museum in Istanbul. Im Katharinenkloster liegt nur die Kopie dieses Briefes von einem osmanischen Sultan. Auch Napoleon Bonaparte hat dem Kloster einen Schutzbrief geschrieben. So blieb das Kloster über die Jahrhunderte unversehrt.
Im Kloster finden sich wegen seiner isolierten Lage im islamischen Gebiet auch einige der wenigen Ikonen, die den byzantinischen Bilderstreit des 8. und 9. Jahrhunderts unzerstört überstanden, und die damit zu den ältesten noch existierenden Ikonen zählen.
Das Katharinenkloster bildet zusammen mit wenigen Beduinenfamilien im Umkreis die kleinste der Orthodoxen Kirchen, die Kirche des Sinai.
Um angesichts der großen Anzahl von Besuchern (etwa 50.000 jährlich) den Klosterbetrieb aufrechtzuerhalten, wurden die Öffnungszeiten sowie die zugänglichen Bereiche des Klosters inzwischen stark eingeschränkt.
Im Mai 1844 besuchte der Leipziger Theologe Konstantin von Tischendorf das Kloster zu Forschungszwecken und fand ein Exemplar des Codex Sinaiticus aus dem 4. Jahrhundert, die er mitnahm. Dies führte dazu, dass Agnes Smith-Lewis die 1892 dort entdeckte altsyrische NT-Handschrift nur abschreiben durfte.
Abgelegen und geschützt durch die sie umgebenden majestätischen Berge liegt das Katherinenkloster, eine der Hauptattraktionen auf dem Sinai.
Das Kloster liegt am Fusse des Mosesberges, wo Moses die 10 Gebote empfangen haben soll. Christliche Mönche, auf der Suche nach weltlicher Abgeschiedenheit, siedelten in der Region des heiligen Berges seit Beginn des frühen Christentums. Nach einem ihrer Besuche liess die Herrscherin Helena, die Mutter Konstantin des Grossen, im Jahre 330 eine Kapelle an die Stelle des Brennenden Dornbusches bauen und weihte sie der Jungfrau Maria.
Im Jahre 527 schliesslich ordnete der Herrscher Justinian den Bau einer Festung an. Zum Andenken befinden sich, eingraviert über der stabilen hölzernen Eingangstür, die Namen von Justinian, seiner Ehefrau Theodora und des Architekten Stephanos.
Der Narthex der Kirche enthält einige wertvolle Ikonen und Manuskripten, während die grosse Basilika und die Ikonengalerie Schätze von unermesslichen Wert enthalten. Das herrliche Mosaik aus dem 6.jh. befindet sich über dem Hauptaltar und Zieht alle Blick auf sich.

Die Ikonen
Die kleine Diözese überlebte nicht nur in einer islamischen Umgebung; sie konnte auch die reiche Ikonensammlung bewahren. Im Jahre 730 bannte der Herrscher Leo alle religiösen Bilder und ordnete deren Zerstörung an, da die bildliche Darstellung entgegen dem 2. Gebot der Gebote war.
Die Bilderstürmerei artete in Vandalismus aus und ging mit der weltweiten Zerstörung unzähliger Ikonen einher. Viele Christen starben während der Auseinandersetzungen um den Bilderstreit.
In einem Konzil im Jahre 787 wurde schliesslich erklärt, dass Jesus zwei Naturen besass, die göttliche (unantastbare) und die menschliche, welche sehr wohl für die Darstellung in Bilder verwendet werden darf.
Mehr als 2000 Ikonen befinden sich im Besitz des Klosters. Sie widerspiegeln die christliche Geschichte, erzählen von der Trennung zwischen Ost- (Byzanz) und Westkirche (Rom) während der Zeit des Ikonoklasmus, führen bis in das 18. Jahrhundert, als die Ikonenmalerei in St. Katherine schliesslich ein Ende fand.

"Am dritten aber, als es Morgen wurde, entstand ein Donnern und Blitzen; schweres Gewölk lag auf dem Berge, und gewaltiger Posaunenschall ertönte....Der Berg Sinai aber war ganz in Rauch gehüllt, weil der Herr im Feuer auf ihn herabgefahren war...und er berief Moses auf den Gipfel. Der stieg hinauf und der Herr redete zu ihm...."
Was so im Alten Testament erzählt wird, gehört zu den Grundlagen des christlichen Glaubens und Welt-Philosophie. Moses erhielt, so die Legende, die zehn Gebote. Seitdem gehört der Berg Sinai, der Berg Moses, Djebel Mosa, zu den heiligsten Stätten der christlichen Glaubenswelt. An seinem Fuß liegt das Kloster St Katherina, ein griechisch-orthodoxes Zentrum, das seit dem 6. Jahrhundert besteht. Mohammed, arabische Kalifen, türkische Sultane und Napoleon, die ägyptischen Könige und die heutigen Staatspräsidenten, alle stellen das Kloster unter ihren Schutz und bewahren es so vor Plünderung und Zerstörung.
Schon 330 ließ Helena, die Mutter Konstantin des Großen, dort eine Kapelle errichten, wo der "Brennende Dornbusch" gestanden haben soll. Festungsartig liegt St. Katherina im steinernen Meer der Sinai Wüste wie eine unerschütterliche Insel. Die Basilika ist mit Ikonen von unschätzbarem Wert geschmückt, die Bibliothek ist neben dem Vatikan die wertvollste Schriftensammlung der Glaubensgeschichte. Neben der Basilika steht auf dem engen Klostergelände eine Moschee. Die Toleranz der Glaubensrichtungen existiert hier seit der Gründung. Wenn sich jede Nacht Karawanen von Pilgern aus aller Welt auf den Weg machen, den heiligen Berg Moses zu besteigen und die Beduinen, die seit jeher hier leben zur Hilfe kommen, rücken die Völker und die verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen zusammen, in der Hoffnung auf ein göttliches Zeichen.
Der Mosesberg" Auf dem Gipfel des Berges Sinai nahm Moses von Gott die beiden Steintafeln mit den eingemeißelten zehn Geboten in Empfang - so berichtet es das Alte Testament.
Das Christentum und die anderen monotheistischen Weltreligionen haben den Berg Sinai bzw. Mosesberg (Gebel Musa) in späteren Jahrhunderten zur Pilgerstätte gemacht. Bis heute besteigen ihn Gläubige aus aller Welt, um diverse Schauplätze des biblischen Geschehens mit eigenen Augen zu sehen. Moslems ist der Berg deshalb heilig, weil Mohammeds Pferd Buraq ihn bei der Himmelsreise als letzte Stufe zum Himmel berührt haben soll.
Heutzutage wird der Mosesberg freilich vornehmlich von "normalen" Ägypten-Touristen besucht, die sich nicht allein für die biblischen Stätten interessieren. Ihre Hauptattraktion ist der "schönste Sonnenaufgang der Welt", den man -wie es heisst- morgens vom Gipfel (2283 Meter) aus erleben kann. Manche Wanderer übernachten für dieses Naturschauspiel auf dem Berg. Andere unternehmen eine Nachtwanderung, die kurz vor Sonnenaufgang auf dem Gipfel endet.
Die zweite Variante ist die populärere und soll hier etwas näher beschrieben werden.
Zwei Wege führen zum Ziel. Die nächtlichen Wanderer sammeln sich in der Regel gegen 2 Uhr nachts am Fuße des Mosesberges vor dem Katharinenkloster. Die Klosteranlage soll an jener Stelle stehen, an der Gott aus dem brennenden Dornbusch zu Moses sprach. Die Mönche zeigen den Touristen ein Gewächs, das sie für einen Ableger des biblischen Busches halten.
Für dem Aufstieg wählt man meist den längeren, aber bequemeren "Weg des Paschas" (Wanderzeit etwa zweieinhalb Stunden). Der Pfad wurde im 19. Jahrhundert vom ägyptischen Herrscher Abbas Pasha angelegt, der auf dem Mosesberg einen Palast errichten wollte. Man kann für einen Teil der Strecke ein Kamel samt Führer mieten. Da die Wanderung bei stockfinsterer Nacht erfolgt, sollte man unbedingt eine starke Taschenlampe mitnehmen.
Hat man die ersten zwei Drittel des Weges bewältigt, trifft man auf eine weitere biblische Stätte: Das Elias-Plateau, eine Senke, wo Moses damals seine Begleiter zurücklassen musste. Hier stehen einige kleine Kapellen, darunter die aus Kalkstein erbaute Eliaskirche.
Oberhalb des Elias-Plateaus schließt die recht steile Mosesstiege an - der andere der beiden Wege zum Gipfel. Dieser Treppenpfad (2 700 Stufen) wird allerdings meist nur für den Abstieg genutzt, da er die Kondition der Wanderer auf eine recht harte Probe stellt. Ein Mönch hat den Weg im 6. Jahrhundert in den Berg gehauen. Der Sonnenaufgang in der Sinai-Gebirgslandschaft. Auf dem Gipfel-Plateau findet man in der Regel ein starkes Gedränge vor. Oft warten hunderte Schaulustige auf den Sonnenaufgang. Ein Kampf um die besten Plätze zum Fotografieren bleibt nicht aus. Erwischt man einen akzeptablen Standort, wird man allerdings für alle Unpässlichkeiten entschädigt: Es eröffnet sich ein atemberaubender Blick über den "versteinerten Ozean" der Sinai-Gebirgslandschaft, dessen Felsen ihre Farben in der Morgendämmerung fast minütlich wechseln. Bei guter Fernsicht kann bis hinüber zum Golf von Aqaba sehen. Freitags und sonntags geht es auf dem Berg etwas ruhiger zu, da das Katherinenkloster dann geschlossen hat. Auch auf dem Berggipfel findet man natürlich eine Reminiszenz an das Alte Testament: die Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit. Sie soll dort stehen, wo sich Gott dem Moses in einer Feuerwolke offenbarte. Beim Abstieg über die Mosesstiege kann man die herrliche Landschaft des Sinai genießen. Wer mag, legt auf dem Elias-Plateau unter einer tausendjährigen Zypresse eine kleine Rast ein. Weiter unten trifft man auf das Tor des Glaubens. Früher mussten Pilger hier um Vergebung ihrer Sünden bitten, bevor sie von den Mönchen zum Gipfel hinaufgelassen wurden. Sehr schön ist die Aussicht herunter auf das Katharinenkloster.